POP – Von der Notwendigkeit der Kommerzialisierung von Kunst und Kultur

  

Was für ein Name für eine Ausstellung.
Auf den ersten Blick zeigt Sascha Göpel hier eigentlich nur eine Sammlung an moderner Druckgrafik angelehnt an Street Art und ähnliche aktuelle Ausdrucksformen, zum Teil reisserisch, fasst schon provokant, zum anderen eher wie eine Kollage anmutende Posterdesigns.
Was hat das ganzen aber nun mit POP und der Kommerzialisierung von Kunst und Kultur zu tun.
Dazu müssen wir uns die Arbeiten im einzelnen ansehen und ihre Intention wie auch die gewählten Style und ausdrucksformen einmal genauer ansehen.
Dazu dient dieser digitale Ausstellungskatalog, in welchem die einzelnen Arbeiten, ihre Techniken und ihre Entstehung nun genauer betrachtet werden.

2026 ARTS

  

Die Druckgrafik 2026 Arts beschäftigt sich mit der Absurdität des Kunstmarktes.
Der Künstler stellt hier in der Form eines überdimensionalen Geldscheins verschiedenen Aspekte der Kommerzialisierung der Kunst gegenüber und zeigt durch die Zusammenstellung der abgebildeten Thesen eine art monitären Loop auf, an dessen Ende, folgt man den aktuellen Regeln des Kunstmarktes, die Bedeutungslosigkeit von unverkäuflicher Kunst akzeptiert werden muss, da diese keinen geldwerten Vorteil generiert und der Markt nur diesen Mehrwert als Grundlage der Einordnung des kulturellen Wertes des Werks zur Grundlage nimmt.

In der Mitte des Werkes sehen wir, gesäumt von Banknotenspezifischen Guillochen, Johan Palmstruch, Palmstruch war ein schwedischer Bankier und der Gründer der ersten schwedischen Zentralbank (1657).
Hier gab er ab 1661 die ersten ungedeckten Banknoten (Papiergeld) der Welt aus. Weil die Bank zu viele Geldscheine ohne Edelmetalldeckung in den Umlauf gab, kam es zur Inflation, sodass die Bank die Noten später nicht mehr einlösen konnte.
Eingefasst in die typischen geschwungene Muster mit feinen Linien erkennen wir zwei lateinische Devisen.
Zum einen “ Pecunia est Fides“ was mit Geld ist Glaube übersetzt werden kann. Zum anderen „Ars est Pecunia“ Kunst ist Geld.
Diese beiden Devisen zeigen und klar auf, dass Kunst erst dann einen Wert bekommt, wenn man an den Wert dieser Kunst auch glauben mag. Und diesen Glauben bestimmt heutzutage der Markt.
Eingebetet in die linke Seite der Banknote erkennen wir einen Ausschnitt eines Werkes von Van Gogh, welcher zweifelsfrei dokumentiert nur ein einziges Bild im Gegenwert von etwa 2.000 bis 5.000 €  verkauft hat.
Dessen Bildert nun aber bei Versteigerungen Millionenwerte erbringen.
Dem Gegenüber auf der rechten Seite sehen wir zum Einen Ausschnitte eine Werkes von Jackson Pollock, welcher durch die Unterstützung der Galeristin Peggy Guggenheim bereits zu Lebszeiten einen adequates Einkommen erarbeiten konnte, und dessen Werke nach seinem Tod ebenfals immense Geldberträge erbringen sollten. Aus heutiger Sicht war Guggenheims Förderung wahrscheinlich eine der erfolgreichsten Kunstinvestitionen des 20. Jahrhunderts, erbrachten Ihre Investitionen von grob geschätzt 20.000 US-Dollar im Endeffekt einen Gegenwert von über einer Milliarde US Dollar.

Über Pollocks Werk liegt die typische Andy Warhol Banane, diese steht für die endgültige Kommerzialisierung von Kunst. Warhol war ungewöhnlich geschäftstüchtig. Er baute ein regelrechtes Kunstunternehmen (the factory) auf mit welcher er in seinen Lebzeiten ein Vermögen von etwa 220 Millionen US-Dollar erlangen konnte.
Über diese beiden Werke legt Sascha Göpel einen Zettel des fiktiven Neoismus Künstlers Monty Cantsin mit der provokanten Aussage “ If art can´t be sold has to be destroyed“ was im Endeffekt die Absurdität der Werteermittlung von Kunstwerken bezogen auf ihren kulturellen Wert zum einen zwar komplett in Frage stellt, zum anderen aber die Grausamkeit des zeitgenössischen Kunstmarktes in seiner reinen kapitalistischen Aurichtung aufzeigt.

Über Pollocks Werk liegt die typische Andy Warhol Banane, diese steht für die endgültige Kommerzialisierung von Kunst. Warhol war ungewöhnlich geschäftstüchtig. Er baute ein regelrechtes Kunstunternehmen (the factory) auf mit welcher er in seinen Lebzeiten ein Vermögen von etwa 220 Millionen US-Dollar erlangen konnte.